Burgellern
1810 erwarb der in Bamberg lebenden General-Lieutnant Leopold Christoph v. Buseck, einen Bruder des letzten Bamberger Fürstbischofs Christoph Franz v. Buseck das Schloss in Burgellern.
Leopold Christoph verpachtete einen Großteil der Nutzflächen und Gebäude an Bauern in Burgellern. In das Schlossgebäude zogen später seine Söhne Friedrich Carl und Carl Theodor ein.

Wahrscheinlich wurde das Gebäude in der Zeit, in der es die Brüder besaßen, erheblich umgebaut. Die, auf der Zeichnung noch zu sehenden, Mansardendächer des Schlosses wurden durch ein niedriges, schieferbeschlagenes Dach ersetzt. Italienische Künstler malten Decken und teilweise ganze Säle mit Fresken “al grotesco” aus.

Hinter der Apsis der Kirche ließen die Brüder eine Gruft anbauen in der sie begraben werden wollten. Noch heute befindet sich dort der Sarkophag Carl Theodors. An den Wänden hängen Wappenbilder der beiden Brüder.

Burgellern

Der Schlosskapelle stifteten sie ein Kruzifix aus Perlmutt, das sie aus Jerusalem mitgebracht hatten. Es war am heiligen Grab geweiht worden. In der Kirche weihte es der Erzbischof von Fraunberg. Aus Rom brachten sie der Kirche eine große, schön bemalte Kerze samt weißem Marmorständer mit. Für diese Schenkung bedankten sich die Burgellener Bürger mit der Schenkung der Gemeindelinde und der dazugehörigen Anlage. Diese wurde den Brüdern zum Eigentum überlassen. Allerdings mit der Auflage, den Gemeindemitgliedern den Zutritt zur Anlage zu gewähren und die Linde nicht umzuschlagen.
Ihre Reisen fanden auch in der Innengestaltung des Schlosses ihren Niederschlag.

Die zahlreichen Räume boten ausreichend Platz für Reisesouvenire, die Ausschmückung wurde auf das zuvor gesehene abgestimmt. So bekam ein Treppenaufgang ein Wandbild in ägyptisierendem Stil, eine kunterbunte Mischung nach ägyptischen Vorbildern wild zusammengewürfelt. Ein orientalischer Raum wurde eingerichtet.
Bekannte und hochrangige Persönlichkeiten besuchten die Brüder v. Buseck in ihrem Schloss. So kam 1853 Herzog Maximilian in Bayern zu Besuch. Er war mit der Familie befreundet. Ob die spätere Kaiserin “Sissi” einmal im Schlossgarten spielte ist nicht überliefert.
Die beiden Brüder v. Buseck starben 1860 und 1866 unverheiratet. Ihr Erbe ging an Rudolf v. Thünefeld, den Sohn ihrer Nichte Caroline. Wohl weil ihr Neffe Franz Seraph, der Priester im benachbarten Memmelsdorf war, wahrscheinlich nicht erbberechtigt war. Auch Rudolf verstarb unverheiratet und das Schloss in Burgellern wechselte seither öfters den Besitzer.

 

Friedrich C. J. v. Buseck 

Carl Theodor v. Buseck

Nach längerem Leerstand wurde es 2005 von der Familie Kastner aus Bayreuth erworben und zu einem Hotel und Gastronomiebetrieb umgebaut.
 
gekürzter Nachdruck aus Busecker Geschichtsbrief 1/2007

buseckertal.de                                                                                                                 ©  Text: Elke Noppes, Bilder: Heimatkundlicher Arbeitskreis Buseck e. V.